Dienstag, 20.08.2019 03:59 Uhr

Kyffhäuser Denkmal

Verantwortlicher Autor: Niels Brennenstuhl Bad Frankenhausen, 08.07.2019, 22:07 Uhr
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Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal
Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal  Bild: © Niels Brennenstuhl

Bad Frankenhausen [ENA] Eine Zeitreise in die Vergangenheit, auf den Spuren von Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Ein hoch über dem Südharz thronendes Denkmal welches in über 120 meist turbulenten Jahren viel erlebt und, vor allem Dank sowjetischen Offizieren, überlebt hat.

Der Tod von Kaiser Wilhelm I. 1988 löste einen Denkmalkult aus. So entstanden in den Folgejahren ca. 300 Kaiser-Wilhelm-Denkmäler, wovon heute allerdings nur noch 43 Stück stehen. Viele standen in den Stadtzentren, sie sind in den Kriegs-/Nachkriegsjahren zerstört worden. Das durch den Architekten Bruno Schmitz geplante und von 1890 bis 1896 erbaute Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal steht imposant auf dem 420 m ü. NN Kyffhäusergebirge im sachsen-anhaltinischen Landkreis Mansfeld-Südharz.

Durch die Lage auf dem Kyffhäusergebirge kennt man es auch kaum unter dem Name Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal, den im Volksmund wird das Denkmal nur als Kyffhäuserdenkmal betitelt. Auf dem ca. 300 Meter langen Gelände der ehemaligen Reichsburg Kyffhausen, welche für den Kaiser Friedrich I. Barbarossa gebaut wurde, findet man neben der Ruine des Barbarossaturm das bekannte Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal.

Das Kaiser Wilhelm Nationaldenkmal -Ostseite-
oben: Kaiser Wilhelm I. unten: Kaiser Friedrich I. Barbarossa
Das Kaiser Wilhelm Nationaldenkmal -Westseite-

An der Ostseite des Denkmales ist das Reiterstandbild des Hohenzollenkaisers Wilhelm I. zu sehen. Dargestellt wird er als Feldherr, mit Pickelhaube und Großkreuz des Eisernen Kreuzes, würdevoll hoch zu Ross. Zu seiner linken Seite sitzt ein germanischer Krieger als Sinnbild der Wehrhaftigkeit, zu seiner rechten eine Frau mit Stift und Eichenlaub in den Händen, die Geschichte symbolisierend. Unterhalb des Reiterstandbild sieht man den in Stein gehauenen 6,5 Meter hohen Barbarossa zu dessen Füssen sich Ritter und mythische Wesen befinden, mit denen der alte Kaiser gemeinsam in seinem unterirdischen Schloss auf seine Auferstehung wartet. Seine Darstellung entspricht den Vorstellungen aus seinen Sagen.

Abgebildet ist Barbarossa jedoch nicht schlafend, sondern im Moment des Erwachens. Dieses wird dadurch verdeutlicht, dass er sich den, bis zu den Füßen reichenden, Bart krault und mit einem Auge zwinkert. Sobald man die 247 Stufen des Turmes erklommen hat bietet sich, bei schönem Wetter eine herrliche Aussicht. Diese reicht vom Harz mit dem Brocken bis zu den Höhenzügen des Thüringer Waldes. Das dieses Denkmal die Zeit überlebt hat ist, unter anderem, dem Kunst- und Kulturverständnis russischer Offiziere zu verdanken. Die Stadtkommandantur lehnte eine, von Frankenhäuser Kommunisten geforderte, Sprengung des Denkmals ab. Die Begründung lautete schlicht: „Ihr Deutschen müsst lernen mit Eurer Geschichte und Euren Denkmälern zu leben.“

Ein Ausflug lohnt sich für die gesamte Familie. Neben dem eigentlichen Denkmal und dem Barabrossaturm, kann man auch in den Barbarossabrunnen schauen und Ihn mit Steinen wecken. Während die Kinder auf dem schöngestaltetet Spielplatz spielen, lädt das Bistro „Kaiser Picknick“ die Eltern zum Kaffee trinken ein. Selbstverständlich erhält man hier aber auch Kleinigkeiten, um den Hunger zu stillen. Als besonderes Erlebnis kann man sich unter den Blicken des Kaisers Rotbarts das Ja-Wort geben. Hierfür bietet das Standesamt Bad Frankenhausen Trauungen in der Seitenkammer des Denkmalsturm an.

Das Denkmal ist von April bis Oktober täglich von 09:30 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. In den Wintermonaten (November bis März) von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Der Einlass ist bis 30 Minuten vor Schließung geöffnet. Der Eintritt liegt bei einem Erwachsenen bei 7,50 €, Schüler und Studenten zahlen 4,50 € und Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Selbstverständlich gibt es auch Familien- und Gruppenangebote.

Kaiser Wilhelm I.

In den Sommermonaten findet ein kostenloser Shuttle Service zwischen dem am Berg gelegenen Parkplatz und dem Eingang zum Denkmal statt. Der „Aufstieg“ zu Fuß dauert ca. 15 Minuten. Für eine Besichtigung benötigt man zwischen einer und zwei Stunden. Leider ist das Denkmal für Rollstuhlfahrer nur bedingt geeignet, da viele Stufen zu überwinden sind. Für weitere Informationen empfiehlt es sich die Internetseite des Denkmales zu besuchen. Diese erreicht man unter: http://www.kyffhaeuser-denkmal.de

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